Monatskalender April

Matrosenhunde, Monatskalender, AprilDer Frühling ist da, mit Sprießen und Honigduft und zellulärer Aufbruchstimmung. Der freundliche Arzt mit den klassischen Jacketts, der aufrecht geht und ehrlich zuhört, der gerne Laub harkt und sich ein bisschen vor dem Älterwerden fürchtet, weil er schon weiß, wie das ist, mit 70, der freundliche Arzt also ordnet die Lage ein und ist ganz zuversichtlich ob der aktuellen Umstände, denn Hürden und Steine im Weg und all die Wände, die es einzurennen gilt, die sind nicht nur Hirngespinste, die gibt es wirklich, jetzt gerade.

Im Briefkasten liegt graue Post, das Auto rostet, ein Kind schreibt die Zahlen immer falsch herum und der Kontostand schreit lautlos, der Streit von gestern ist ein stumpfes Knäuel aus kleinen Verwundungen und die berufliche Zukunft ein einziges Fragezeichen. Gut, sagt der freundliche Arzt  mit den hellen Augen, das ist greifbar. Be-greifen und Selbstwirksamkeit erleben vielleicht, etwas aus dem Weg räumen und dran herumschrauben, keine frei flottierenden Ängste, die flirren und sirren und immer maximal sind, herabfallender Weltraumschrott, unheilbare Krankheit, Massenkarambolage und Fährunglück, mindestens. Dass also immer etwas stört und da nicht hinpasst und zwickt und zwackt und zornig macht, das ist vielleicht normal, der Flow muss auch um spitze Steine fließen, oder so.

Blaues Wasser schwappt an den Muschelstrand am großen See, Enten fliegen darüber und alles blüht so verschwenderisch wie immer schon, es ist kalt und warm zugleich und riecht nach frisch gewaschenem Wald, Menschen hängen Hängematten auf und setzen sich in kleine Paddelboote, bevor sie wieder zurückkehren zu den Dingen, die schief sind und ein bisschen ungemütlich und manchmal richtig doof.

Die Stadtvögel bauen sich Nester aus allem, was herumliegt, sie nehmen, was kommt. Vielleicht geht es darum, sich nicht ständig zu erschrecken vor all dem, was anders ist als gedacht gewünscht erwartet, zu sehen, wie die Dinge gerade wirklich sind und dann die Energie dosieren, etwas kleinhacken und zwischendurch das Gesicht in die warme Sonne halten:

»Das sind schöne reale Probleme, die können doch gelöst werden.«

Ahoi, Eure Matrosenhunde

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P.S.: Hier können die vergangenen Monatskalender betrachtet werden.

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