Der April aprilt und die Luft riecht sogar bei Feinstaubwarnung nach mildem Aufbruch und kleinen Blüten, nach Draußenzeit und sonnenwarmem Holz.
Vögel zwitschern auch um 19 Uhr, Kinder haben wieder Sand in den Schuhen, und wenn sie schlecht betreut werden in spätkapitalistisch ausgebrannten Betreuungseinrichtungen, dann betreuen sie sich ein bisschen selbst, zwischen Frühblühern und verbuddelten Monstern, sie werden unbehelligt Teil der Stadtnatur, gucken den Eichhörnchen hinterher und springen von der Schaukel, denn dort, wo immer Platz fehlt und Zeit dazu, ist jetzt wenigstens eine allgemeine Luftigkeit zurück, »retour à la nature«.
Überhaupt ist es wohltuend, die Hände in Blumenerde zu stecken – um Thymian einzupflanzen, der vielleicht bald vertrocknet, um mal wieder was anderes zu spüren als Tasten und Papier, Administratives und Organisatorisches, Kritisches und Brisantes.
Dem Körper Hallo sagen und ihn ein bisschen frühlingswach bürsten, ihn rauslassen in die kleine Freiheit, therapeutisch Kilometer ablaufen und dabei die Gedanken sortieren und womöglich wegfliegen lassen. Der immer wieder aufflackernden Panik im Angesicht der Weltlagenabsurdität und des täglich realen Dramas schnelle Schritte entgegensetzen, »think on your feet«, »sich erden«, mal wieder die Strukturen der gesamten Lebendigkeit mit integrieren in Weltwahrnehmung und Lebensentscheidungen.
Und noch mal irgendwo hin laufen, einfach so, ganz ohne Gepilger, und wenn man nicht mehr laufen kann (oder noch nie konnte), dann auch mal auf den Boden legen, guck, wir alle sind auch Tierchen mit Wimpern und Knochen und Bedürfnissen zu unpassenden Zeiten.
Dem Tierchen eine Tränke hinstellen und ein warmes Nest bauen, das Tierchen mitreden lassen, nicht nur mental die Dinge vorwegnehmen, denn dafür sind sie doch sowieso viel zu groß: »Die Füße denken nämlich.«
Ahoi, Eure Matrosenhunde
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P.S.: Hier können die vergangenen Monatskalender betrachtet werden.