
Hi du kleiner Oktober, hi Star’s Hollow-Jahreszeit und dramatischer Himmel und allerschönstes Gegenlicht.
Jetzt ist der Herbst da und hoffentlich noch lange golden, mittags warm und tröstlich, morgens magisch dunstig und abends frisch wie ein aufgeschütteltes Bett.
Draußen tanzen Menschen Zumba, die Trainerin trägt einen 80er-Jahre-Anzug; sie tanzt mit sehr alten Menschen und mit jungen, mit Männern und Frauen und Kindern, ernsthaft werden Schritte wiederholt und Arme in die Luft gereckt. Andere bleiben stehen, gucken dieser Utopie zu, daneben wird gegrillt und ein Turmfalke zieht seine Kreise auf dem blauen blauen Himmel.
Wer noch keine Elefantenhaut hat, macht die Büchse der Pandora aka die Nachrichtenseiten nur noch in Gegenwart von emotional support Menschen auf. Was ist eigentlich passiert mit all den Männern und den Techbros und denen, die nie für etwas sind, sondern nur dagegen, mit denen, die hassen und hässlich sind, die simplifizieren und weitertreten, die andere mit Schmutz bewerfen und doch selbst schon lange nichts mehr zu tun haben mit Wärme und Hoffnung und ehrlicher Arbeit.
Wann ist es passiert, dass Humanismus radikal wurde? »Das ist doch unlogisch«, sagt das Kind, »das ist doch gemein.« Es überlegt, wohin es vielleicht mal auswandert, falls es zu heiß wird und zu böse, und dann kickt es einen Fußball durchs Wohnzimmer, obwohl das natürlich verboten ist.
Langbeinige Mädchen tragen sorgfältig Make-up auf und glowen aufgeregt durch den Nachmittag, das Fenster müsste mal geputzt werden und der Schrank aussortiert und hoffentlich werden wir nicht krank und wenn es so früh dunkel wird, geht der Fahrradanstecklichter-Mental-Load wieder los. Jemand bekommt gute Post und ein Lächeln am Flohmarktstand, kleine Hunde freuen sich über große Stöcke und wir stehen einander bei, laut und vehement und ratlos leise, möchten dem Leben die Vergnüglichkeit abtrotzen und den Optimismus. Die Spinne draußen baut selbstbewusst an ihrem Netz, jemand macht Plank-Challenge und fährt schnell Fahrrad, jemand schreibt Bewerbungen und sorgt sich, jemand hätte gerne eine Katze und das Meer vor der Tür, jemand wartet auf Besuch und testet weiche Outfits, jemand wird beglückwünscht und wickelt sich in eine Decke.
Der kleine Oktober ist da und leuchtet und blättert und weht wild herein, wir sammeln das Gute und tragen Kuschelsocken:
»Innerlich charmant.«
Ahoi, Eure Matrosenhunde
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P.S.: Hier können die vergangenen Monatskalender betrachtet werden.
