Monatskalender November

Matrosenhunde, Monatskalender, November

Pünktlich zur neuen Dunkelheit kommen mitunter die düsteren Gedanken, wenn der Tag so früh endet und schon wieder so viel nicht geschafft wurde, wenn das Gesicht nicht mehr in die Sonne gehalten wird wie eine warme Katze sondern Finger über Tastaturen fliegen und Arbeitskleidung im Einsatz ist, es gibt so viel zu tun, los los, schnell noch was erledigen bevor schon wieder jemand krank wird oder auf dem Herbstlaub schlittert.

Wenn dann so einiges schiefgeht liegt es nahe, sich dazu ein tröstendes Narrativ zurechtzulegen, weil das Schiefe und Unvollständige leise stört und ein bisschen quält, weil doch alles an seinem Platz sein soll und im Flow und funktionieren. Aber wir sind keine Roboter und keine gut eingestellten Arbeitstierchen und manchmal ist etwas auch nur blöd, aber nicht lehrreich, es darf dann blöd sein und gehört eben dazu, eine kleine Fettecke im ordentlich aufgeräumten, hyggeligen Wohnzimmer.

Wir machen nicht mehr mit beim zweckoptimistischen, leistungsorientierten, LinkedIn-tauglichen Scheitern-als-Chance-Meine-11-Learnings-Besser-Scheitern-mit-XYZ-Wie-das-Scheitern-mir-den-Weg-wies-Life-Coaching-Ding, wir fallen hin und sagen: Aua.

Und dann machen wir weiter, aber nicht, weil wir schon wieder soviel gelernt haben und nun so viel klüger sind dank dorniger Chancen und noch effektiver und überhaupt auf einem anderen Level, sondern weil da ein Kind abgeholt werden will oder ein Waschbecken geputzt oder ein Mental Health Issue sortiert oder eine Tabelle befüllt.

Einfach, weil das mit dem Hinfallen und Wiederaufstehen keine Heldengeschichte wird, sondern von Vornherein eingepreist ist, weil das Fehlermachen keine Abweichung ist, sondern jedem Tätigsein inhärent, weil man manchmal auch nichts lernt, außer, dass alles zu viel war und sich gegen dieses Zuviel aber auch nicht immer etwas machen lässt, hello Capitalism und so weiter.

Die Hybris einmal hintenan stellen, dieses Man-muss-nur-gut-genug-vorbereitet-sein oder Gib-dir-einfach-mehr-Mühe oder Mit-der-richtigen-Methode-klappt es. Manchmal klappt was und manchmal nicht, manchmal verlieren wir Schlüssel, obwohl wir schon vor 2 Monaten welche verloren haben und das doch ein bisschen too much ist. Wir rennen gegen einen Wäschekorb, vergessen einen Geburtstag oder haben schon wieder den Urban Jungle falsch gegossen, so viel klappt nicht, aber psst, bei den anderen auch nicht, wir trösten einander und teilen das, was schon wieder nicht geklappt hat, sagen gute Worte und lassen es so sein:

»Einfach nicht vom Scheitern beeindrucken lassen.«

Ahoi, Eure Matrosenhunde

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P.S.: Hier können die vergangenen Monatskalender betrachtet werden.

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