Monatskalender Januar

Matrosenhunde, Monatskalender, Januar, 2022, Für alle und dich, Illustration

Matrosenhunde, Monatskalender, Januar, 2022, Für alle und dich, IllustrationHallo 2022. Hallo Januar, hallo Kraniche auf sumpfigen Wiesen und müde Gesichter an Bushaltestellen, hallo leise Hoffnung und persistierende Ermattung, hallo und schön, dass wir noch da sind.
Es ist schon alles gesagt zu pandemischen Zeitschleifen und der Wesentlichkeit vs. Unwesentlichkeit guter Vorsätze. Wir sind alle verschieden, den einen hilft es, Sommerferien mit Kieselstrand zu planen und das Bullet Journal zu dekorieren, den anderen, jeden Tag so zu nehmen, wie er kommt, und wieder anderen, einfach nur in den Himmel zu sehen, alles ziemlich sch**** zu finden und damit recht zu haben. Wir haben unterschiedliche Bewältigungsstrategien und Energiereserven, in der einen Küche wird fermentiert, woanders zerbricht eine Beziehung, das Leben ist seit jeher auch immer fragil und dass wir jetzt hier sind, lag nicht in unserer Macht. Wir müssen nicht stark sein und gut durchkommen, manchmal reicht es, zu überleben, und das ist schon viel und niemals selbstverständlich. Tag für Tag auf sich und aufeinander aufpassen, anerkennen, dass Wunsch und Wirklichkeit manchmal weit auseinanderliegen und das doch kein Grund ist, die guten Visionen hinten runterfallen zu lassen, kein Grund, nicht offen zu sein für die unsortierte Lebendigkeit und die Möglichkeit echter Größe inmitten des von Krisen gebeutelten Alltags. Vielleicht brauchen wir 2022 auch eine neu gedachte Form der Selbsthilfegruppe, Menschen also, mit denen wir Belastungen und kleine Erfolge teilen können, Menschen, die uns immer wieder daran erinnern, dass wir auch eine Wahl haben, wie wir den Gegebenheiten innerlich begegnen. Für die Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die wir nicht ändern können, den Mut, Dinge zu ändern, die wir ändern können, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Also essen wir noch einen Keks, üben uns darin, solidarisch zu sein und hören Patti Smith zu, wenn sie singt: »People have the power to redeem the work of fools.« Anders gesagt: Vielleicht ist alles doof, aber das muss nicht so bleiben, nicht jede vermeintliche Sackgasse ist ein auswegloser Tunnel, gute Gesellschaft ist auch das, was wir daraus machen und gelebte Demokratie keine Einbahnstraße. (Ok, reicht jetzt mit den Verkehrs-Analogien.) Niemand ist eine Insel, also bildet Banden, frei nach Rio Reiser: »Für alle und dich.«

Ahoi, Eure Matrosenhunde

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P.S.: Hier können die vergangenen Monatskalender betrachtet werden.